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Die himmlischen Pferde aus Turkmenistan

 

Achal-Tekkiner Gestüt der Familie Rössler

Achal-Tekkiner Gestüt der Familie Rössler

Der Name – Achal- Tekkiner – kommt von dem turkmenischen Stamm “Teke” aus der Oase “Achal”, wo bereits vor zirka 1000 Jahren vor unserer Zeitrechnung edle Rennpferde gezüchtet wurden.

Das Achal-Tekkiner Gestüt der Familie Rössler

Das Achal-Tekkiner Gestüt der Familie Rössler

Die Oase erstreckte sich in einem schmalen Streifen zwischen Nordrand des Kopet-Dagh-Gebirges (im Süden von Ashgabad) und der Wüste Karakum. Damals stellten die Turkmenen ihre Pferde über Alles. Sie behandelten diese Tiere wie Familienmitglieder. Die Pferde weideten immer frei neben den Häusern ihrer Besitzer und wurden oft aus der Hand der Menschen mit verschiedensten „Köstlichkeiten“, wie z.B. eingeöltem Fladenbrot gefüttert.

Das Achal-Tekkiner Gestüt der Familie Rössler

Das Achal-Tekkiner Gestüt der Familie Rössler

Die Achal-Tekkiner sind schmal, haben schlanke Hälse, sehr lange Beine, feine Mähnen und Schöpfe. Passend zu ihrem edlen Exterieur haben sie einen sensiblen Charakter. Die Achal-Tekkiner – kurz Teke genannt -leisten ihren Gehorsam ausschließlich den Menschen, die ihr Vertrauen gewinnen können.

 

Die Achal-Tekkiner sind schmal, haben schlanke Hälse, sehr lange Beine, feine Mähnen und Schöpfe. Passend zu ihrem edlen Exterieur haben sie einen sensiblen Charakter. Die Achal-Tekkiner - kurz Teke genannt - leisten ihren Gehorsam ausschließlich den Menschen, die ihr Vertrauen gewinnen können.

Heutzutage ist es kaum zu glauben, dass die turkmenische Pferdezucht, die so tief im Altertum verwurzelt ist, sich seit Anfang des 20sten Jahrhunderts bis 1992 am Rande des Verschwindens befand. Bis zur Oktoberrevolution(1917) besaß nahezu jede Familie ein bis zwei Pferde. Aber mit der Abschaffung des Privateigentums wurde es verboten. Keine Pferderennen mehr im Land, keine Forschung, keine Führung und Ausgabe des Zuchtbuches. Skeptiker prophezeiten vollständiges Verschwinden der edlen Pferderasse bis zum Jahr 2000.

Die Achal-Tekkiner der Familie Rössler

Die Achal-Tekkiner der Familie Rössler

„Ich erinnere mich an die Zeit, als die Regierung die Pferdezucht ganz vernachlässigte“, schrieb Vladimir Schamborant (1909-1996), einer der ehemals führenden Züchter der Achal-Tekkiner Rasse. „Nicht nur das, es gab eine gesetzliche Anordnung zur Ablieferung der besten Achal-Tekkinerherde zur Schlachterei des Fleischkombinats.“ Viele von den Kolchos- Vorsitzenden trieben ihre Pferde in die Wüste, um wenigstens die besten von ihnen zu retten. Der Bestand der „goldenen Pferde“ ging einschneidend zurück.

Ein sonniger Aprilvormittag 1992 änderte die Situation für die altehrwürdige Rasse. Der Präsident Nijasow fasste sich kurz und präzise: „Unsere Ahnen züchteten diese Pferde, wir müssen ihren Lehren treu bleiben.“ Seit diesem Tage steht es den Turkmenen frei, Pferde als Privateigentum zu halten.

Präsident v. Turkmenistan  auf einem Achal-Tekkiner

Präsident v. Turkmenistan auf einem Achal-Tekkiner

Am Ende des Jahres 2004 wurde am Fuß des Kopet-Dagh, in den geschützten Tälern des Gebirges mit sauberer Luft und dem Anblick der unberührten Berglandschaft, die dem Auge wohl tut, der Achal-Teke-Komplex für die Zucht der berühmten Pferde gebaut. Die Leitung des Komplexes legt einen besonders hohen Wert auf die Artenreinheit und eine sehr hohe Zuchtqualität. In den immun-genetischen Labors wird das Blut kontrolliert und durch DNS-Tests wird Blutsverwandtschaft bestimmt. Die Zuchtbücher aller 17 Linien der berühmten Rennpferde werden von erfahrenen Züchtern geführt. „Unser Mini-Werk stellt selbst das Mischpulver-Futter für Bewohner des königlichen Geländes her“, so Herr Muchammedow. „IhretäglicheRation besteht aus Klee, Gerste, rohen Eiern, Fischtrau, Möhren, Wassermelone und aus Fischmehl, welches vor allem an Kalzium und an Phosphor reich ist.“ Die Tiere werden täglich von Veterinären untersucht. Eine kleine Verletzung oder Verstauchung, jede kleine Kratzwunde kann dazu führen, dass die Elite unter Quarantäne gestellt wird.

Tag der Achal-Tekkiner in Turkmenistan

Tag der Achal-Tekkiner in Turkmenistan

„Der Achal-Tekkiner-Tag“, das freudigste Fest in Turkmenistan, wird seit 1992 jedes Jahr am letzten Wochenende im April gefeiert. Zu Ehren des Präsidenten, der jährlich an dem Fest teilnimmt, ist der Pferdesportkomplex feierlich geschmückt. Über die breiten Alleen des Komplexes erstrecken sich Ausstellungen nationaler Maler, Juweliere und Künstler der angewandten Kunst. Berühmte turkmenische Künstler und Artisten betreten nacheinander die für sie vorgesehenen unteren Ränge am Eingang. Die Tribünen der Rennbahn füllen sich bis auf den letzten Platz. Das Publikum ist sehr elegant und feierlich gekleidet, Männer tragen schwarze Anzüge mit weißen Hemden und Krawatten, die Damen haben bunte Abendkleider an undalle halten Luftballons in den Händen. Auf den Köpfen der Besucher sind Tachjas mit traditionellen Motiven, ein Charakteristikum der turkmenischen Tracht.

Die „himmlischen Pferde“ sehen märchenhaft schön aus. Ihr seidig weiches, wie feiner Atlas, Haar schimmert golden mehr denn je. Die amerikanischen Wissenschaftler Fara Shimbo und Philip Sponenberg gehen davon aus, dass der Achal-Tekkiner eine besondere Haarstruktur hat, eine andre als bei vielen anderen Pferden „Beim Achal-Tekkiner und bei manchen anderen eurasischen Pferderassen ist das Haarmark extrem dünn – oder manchmal gar nicht vorhanden. Dadurch entsteht zwischen Mark und Rinde eine transparente Schicht, die das Licht einem Kristall gleich bricht und bei starker Sonneneinstrahlung reflektiert“, so die Wissenschaftler.

Zum Fest sind die Pferde sind herkömmlich geschmückt. So wie in früheren Zeiten, als sie noch mit den Familienmitgliedern auf eine Stufe gestellt waren. Damals ging die Liebe zu den Pferden oft sogar so weit, dass zuerst die Pferde geschmückt wurden, ehe die Dame des Hauses dran kam. Fast alle Pferde trugen eine dünne geflochtene Schnur um ihren Hals. Diese Schnur sei ein Talisman, Aladsha. Er sollte alles Böse und auch Neider fernhalten. Die turkmenischen Frauen flochten ihn aus Kamelwolle. Der Talisman wurde den Achal-Tekkinern gleich nach der Geburt umgehängt und nie abgenommen. Starb das Pferd, behielt es seinen Aladsha-Talisman um. Diese Tradition wird in Turkmenistan heute noch gepflegt.

Die „goldenen Pferde“ lieben es sich zu präsentieren und zu zeigen, was sie „draufhaben“. Ihr Blick verrät den Stolz und ab und zu scheint es als würden sie lächeln. Sie laufen weich wie Gazellen. Die Turkmenen behaupten, dass wenn man auf den Rücken eines gehenden Argamaks[i] ein Glas mit Wasser stellt – geht kein Tropfen Wasser verloren. Die älteste und edelste Rasse der Welt hat genügend Ehrgeiz zum Sieg. Mergen Bajramow, der glückliche Besitzer vom Schekilli, des heutigen Siegers, erzählt von einem seiner Rennpferde namens Nesil: Es ist in14 Rennen nur einmal Zweiter geworden. Nach diesem verflixten Rennen wollte Nesil drei Tage lang kein Futter mehr anrühren. „Einmal habe ich sogar gesehen, wie ein Hengst nach einem verlorenen Rennen geweint hat. Es waren echte Tränen, die aus seinen Augen flossen“, ruft der Züchter aus. Mergen Bajramow berichtet wie er beobachtet, dass diese Rasse immer mehr Freunde gewinnt, die von Intelligenz der Pferde, Eleganz ihrer Bewegungen und Majestät begeistert sind. Es gibt zirka 2500Achal-Tekkiner auf der Welt und davon befinden sich, laut Andreas Bauhofer, dem 1. Vorsitzenden des Vereins Achal Tekkiner Züchter Und Freundee. V. Deutschland, etwa 150 Reinrassige Achal-Tekkiner in Deutschland.„Sie werden im Breitensport eingesetzt: Dressur, Springen, Distanz; Jagd, Gelassenheitsprüfungen.“

„Die Pferdeausbilder sollen jedoch wissen, dass Tekes Natur für Menschen mit wenig Zeit, wenig Geduld und zu viel Ehrgeiz eher ein Hindernis auf dem Weg zum Erfolg darstellt“, warnt Frau Ina Rössler, die bereits seit 1993 die älteste Pferderasse in Deutschland züchtet[i] und ihre Eigenschaften und Eigenheiten in- und auswendig kennt. Im Gegensatz zu manch anderer Pferderasse holt der Achal-Tekkiner bei der grausamen oder ungerechten Behandlung eher zum Gegenschlag aus als zum Rückzug. „Dem Achal-Tekkiner kann man alles nehmen: seine Freiheit, seine Selbständigkeit und seine Lust zu laufen, nur eins nicht, die Art, wie er auf das, was Sie ihm antun, reagiert“, so die Deutsche.

 

[i] Ina Rössler
Achal Tekkiner Gestüt Berolina
Außerhalb 6
36369 Lautertal-Engelrod
Tel. 0 66 45 – 13 31
www.achal-tekkiner.net
e-mail: berolinaranch@aol.com

 

 

[i] Der alte Name von dem Achal-Teckinner

 

 

 

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