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  • Internationale Gesellschaft zum Schutz und Erhalt der seltenen und gefährdeten Pferderassen
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Ein Stück Heimat bewahren

Herr Hesse (52), der Gemeindepfarrer in drei Dörfern am Rande des Hochsauerlandes und der Biolandwirt, hat sich seit mehreren Jahren den bedrohten Haustierrassen verschrieben. Den Tieren, die die Kulturgeschichte des Menschen schon seit Jahrtausenden begleiten und heute nur einen geringen wirtschaftlichen Nutzen haben.

Im Februar letzten Jahres bei der Jahreshauptversammlung der DEH  hat Herr Hesse (52), der Gemeindepfarrer in drei Dörfern am Rande des Hochsauerlandes und nebenberuflich Biolandwirt, die Dülmener als historische- und gefährdete Rasse beschrieben. Daraufhin wurden sie zur Rasse des Jahres 2014 gewählt.

An einem sonnigen Juli-Tag sind wir beim Herrn Uwe Hesse auf seinem Arche-Hof im Rengershausen zu Gast. Was ist aber ein Arche-Hof eigentlich?

Wir wenden uns an GEH e.V. ( die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.). Die Gesellschaft wurde im Jahr 1981 gegründet und mit dem Arche-Projekt unter Motto  “Schützen durch Nutzen”  unterstützt Betriebe, die sich um die Zucht der seltenen und gefährdeten Haustierrassen kümmern.

Ziel des Projektes ist es, diese Rassen in der landwirtschaftlichen Produktion zu halten, ihr Leistungspotential und ihre besonderen Eigenschaften gezielt zu nutzen und so deren langfristige Erhaltung zu gewährleisten. Heute gibt es deutschlandweit über 90 Archen der GEH, die der Lebenerhaltung und Erhaltungszucht gefährdeter Rassen in unterschiedlicher Ausrichtung einen konkreten Rahmen bieten.

Bei den Arche-Höfen liegt der Schwerpunkt in der landwirtschaftlichen Nutzung der Tiere. Mindestbestandsgrößen sowie der gezielte Austausch von (Zucht-)Tieren gefährdeter Haustierrassen mit anderen Züchtern sichern dabei die nachhaltige Zuchtarbeit. Dem Besucher bietet sich hier häufig durch die Herstellung und Vermarktung von hofeigenen Produkten die Möglichkeit zum Einkauf regionaler Spezialitäten.” (Quelle: Das Arche-Projekt  http://www.g-e-h.de/)

Auf dem Weg zu den Tieren erzählt uns Herr Uwe Hesse,   der Mann mit blauen Augen und einem freundlichen Gesicht, nich ohne Stolz in der Stimme  über seine Tiere.

Um uns herum sind die blühenden Wiesen. Ein Stück herrlicher Natur. Auf einer Wiese erblicken wir sieben schönen Dülmener – die Rasse des Jahres 2014. Sie zählen zu den ältesten Pferderassen und kommen aus dem Merfelder Bruch, einem Wildgestüt im westlichen Dülmen. Heute leben rund 300 Tiere dort. Die anspruchslosen Kleinpferde wurden im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt und eignen sich gut zur Pflege von Hangwiesen und Heckenlandschaft.

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In der Nähe der Dülmener fressen Kärntner Brillenschafe frisches und saftiges Gras, gleichzeitig behalten uns im Auge. Sie stammen aus der Alpenregion und zeichnen sich durch ihre schwarzen Augenringe am hellen Kopf aus.

Unser nächster Halt ist eine Weide mit Rotem Höhenvieh. Die Tiere kauen teilnahmlos  das duftende Gras. Wir laufen um sie herum, bitten sie Modell zu stehen. Leider lassen  die Tiere uns links liegen. Herr Hesse rät uns trotzdem mal an, vorsichtig zu sein und ohne ihn zu den Tieren nicht zu nähern.

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Das klassische Dreinutzungsrind  prägt bis in die 60er- Jahre viele Dörfer in der Region. Nachdem die Rasse fast ausgestorben war, engagieren sich seit Mitte der 80er- Jahre viele Züchter um deren Erhalt. Typische Merkmale der Rasse sind das helle Maul, die tiefe Wamme und eine helle Schwanzquaste.

Besonders stolz ist Herr Hesse auf  Englische Parkrinder. Die schwarz-weißen Englischen Parkrinder gelten als älteste Hausrinderrasse der Welt – sie ist etwa 2500 Jahre alt. Es gibt weltweit nur 1000 Tiere, in Deutschland nur 50. 14 von ihnen leben bei unter seiner Obhut. Die Parkrinder in Rengershausen bilden den einzigen Bestand in Hessen.

Als wir zurück kommen, werden wir von einem Nackthundrüden „Chinnai“ stürmisch begrüßt. Es ist Mexikanischer Nackthund – eine fröhliche, wachsame und aufgeweckte Hunderasse.  In seiner Heimat wurde die Rasse als irdischer Vertreter des Gottes „Xolotl“ angesehen. In Deutschland ist sie äußerst selten.

‘Ein Stück Heimat bewahren’ – so heißt das Motto von Herrn Hesse. Dazu gehört auch eine Mundart des Landes: Der Pfarrer Uwe Hesse gestaltet einmal im Jahr seine Gottesdienste auf Platt.

 

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