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Freie Pferde auf der Halbinsel Krim

Foto: Pferde der Erde e.V.

- Gibt es wilde Pferde auf der Krim?

- Wilde Pferde?!

- Ich meine verwilderte Hauspferde?

- Verwilderte Hauspferde?!

- Die von Menschen freigelassen wurden.

- Ach ja, natürlich. Wir nennen sie ‚freie Pferde’.

(Aus einem Gespräch mit einem Krim-Einwohner)

An einem heißen Tag des Altweibersommers begeben wir uns auf die Spuren der ‚freien’ Pferde ins Krimgebirge. Wladimir Dsharalla, ein 45-jähriger Journalist, Liebhaber der Krim-Natur und der Pferde, sowie mit ihm befreundete Reiter haben sich bereit erklärt, uns zu begleiten.

Ein schmaler, steiniger Weg führt bergauf durch einen Wald zur Dolgorukowskaja Jajla (Jajla = Alm, Hochebene), wo etwa 200 Pferde im Freien leben sollen. Der UAZ, ein russischer Jeep, droht ins Schleudern zu geraten. Ich klammere mich mit der rechten Hand an einen der oberen Bögen des Autos, mit der linken Hand halte ich meine Kamera fest. Ich bin ein bisschen neidisch auf die Reiter vorne. Ihre Pferde bewegen sich langsam und bedächtig durch das Dickicht. Es scheint, dass ihnen ein schmaler, brüchiger Pfad kein Problem bereitet.

Plötzlich erschallt neben uns ein lautes Krachen. Zuerst taucht ein neugieriger Pferdekopf auf, dann ein zweiter, ein dritter. „Die Pferde gehören einem Pferdehof, der wenige Kilometer von hier entfernt ist“, erklärt Wladimir. Der gebürtige Iraker mit einem schwarzen Haarschopf und einem gestutzten und gepflegten Bart trägt immer Militärkleidung und ist ein guter Reiter. „In der Haupturlaubszeit organisiert der Hof – wie auch andere zahlreiche Pferdehöfe auf der Krim – verschiedene Ausritte. Die Tiere, die momentan daran nicht teilnehmen, lässt man in den Wald laufen. Mit dem Ende der Ferienzeit werden die übrigen Pferde auch freigelassen und bis nächste Saison macht sich niemand über sie Gedanken.“

Der Begriff ‚freie Pferde’ entstand Anfang des XXI. Jahrhunderts und es handelt sich dabei in facto um eine bunte Mischung von ganzjährig im Freien lebenden Haustieren, freigelassenen Pferden, entlaufenen Tieren sowie einem kleinen Teil verwilderter Pferde.

Letztere gehen auf den Zusammenbruch der Sowjetunion zurück, als Tausende Kolchospferde in die Freiheit entlassen wurden. Die meisten sich selbst überlassenen Tiere gingen immer tiefer ins Gebirge hinein. Wegen des milden Winters kann es dort tagsüber relativ angenehm warm sein. Auch in der heißen Jahreszeit fühlten sich die Pferde wohl. „Das Leben im Freien hoch über den Wolken, die reine Bergluft, die natürliche Ernährung und lange zurückgelegte Strecken führen zu einer guten Gesundheit“, sagt Lisa Petrowa, eine erfahrene Sportreiterin. In den 1990er Jahren graste eine große Menge der verwilderten Tiere schon auf der ganzen Halbinsel. Es dauerte lange, bis ‚frischgebackene’ Reiche zum Vergnügen eine heftige Jagd auf sie machten. Seither geht die Anzahl der verwilderten Pferde stark zurück.

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Der ganze Artikel über die Mustangs von der Krim ist im aktuellen Heft Cavallo 4/2016 zu lesen.

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