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Titanen der Rennbahn: Historische Pferde-Omnibusse im Parcours

Es ist fast nicht zu glauben, aber den ersten Pferde-Omnibus soll es schon vor mehr als 350 Jahren gegeben haben. Fünf mit Pferde-Omnibussen bediente Linien, die „carrosses á cinq sols“ verbanden ab März 1662 mehrere Pariser Stadtteile miteinander. Allerdings ging das erste öffentliche Nahverkehrssystem der Welt schon knapp 20 Jahre später an Auflagen und Tarifanhebungen zugrunde. 

Text: Elke Schulze
Fotos: Elke Schulze, Alexander Toker, Ronald Luckanus

Simon Kremser erfand den öffentlichen Personennahverkehr

Erst etwa 150 Jahre später wurde die Idee von Nahverkehrslinien in Großbritannien wieder aufgegriffen als in Manchester die erste Buslinie entstand. Nur ein Jahr später, 1825, eröffnete in Deutschland eine öffentliche Verbindung zwischen Berlin und Charlottenburg, der schnell weitere Linien folgten. Als Erfinder des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Berlin gilt der Fuhrunternehmer und preußische Hofrat Simon Kremser, nachdem der „Kremser“ benannt wurde, ein gefederter Planwagen mit Längsbänken, der vielen Menschen Platz bietet und durch ein Planenverdeck die Passagiere vor Witterungen schützt. Noch heute kennt jeder Planwagen- oder Kremserfahrten, die in ganz Deutschland angeboten werden, zum Beispiel auch hier in Brück.

Damals erfreuten sich die Pferde-Omnibusse immer größerer Beliebtheit. Bald folgten Buslinien in Paris, London und New York. In Dresden eröffnete eine Pferde-Omnibuslinie im Jahr 1838. 
Die Ära der Pferde-Omnibusse hielt jedoch nicht lange an. Das Straßenpflaster ließ die Fahrgäste nicht sonderlich bequem sitzen, komfortabler waren die von Pferden gezogenen Straßenbahnen, die immer mehr in Mode kamen. Während in London der letzte Pferde-Omnibus 1914 und in Hamburg 1918 fuhr, hielten die Berliner länger an den Pferdebuslinien fest. 1920 fuhr der letzte Pferde-Omnibus im Tagesverkehr und 1923 im Nachtverkehr.

Pferde-Omnibusse aus ganz Europa

Das Schaubild „Historische Pferde-Omnibusse im Parcours“ lässt alte Zeiten wieder aufleben. Man verwendete damals als Pferde-Omnibus überwiegend große gefederte Kutschen mit Verdeck. Die meisten Pferde-Omnibusse hatten einen geschlossenen Wagenkasten mit Glasfenstern. Die Fahrgäste saßen auf Längsbänken, die sich an beiden Seiten des Wagens befanden. Ein- und ausgestiegen wurde durch eine Hecktür, vor der sich oft eine kleine Plattform befand. Viele Pferde-Omnibusse waren damals und sind auch heute Doppeldecker. Das Wagendach erreicht man über eine außenliegende Wendeltreppe, in den Anfangszeiten gab es lediglich Leitern. Die Bänke auf dem Dach waren Rücken an Rücken montiert. 
Gefahren werden die Omnibusse, wenn es sich nicht um Doppeldecker handelt, vom Dach aus oder es handelte sich um Decksitzwagen, bei denen sich der Kutschbock nicht mehr im Wagenkasten befand, sondern schwebend davor. Angespannt wurden damals ein oder zwei Pferde, heute sind es oft mehr.

Bei den diesjährigen Titanen der Rennbahn werden Pferde-Omnibusse aus ganz Europa dabei sein. Sie kommen unter anderem aus England, der Schweiz, wo von Pferden gezogene Omnibusse übrigens „Rösslitram“ genannt werden und natürlich aus ganz Deutschland.

Am 25. und am 26. Juni werden diese außergewöhnlichen Gespanne in der Titanen-Arena auftreten und einmal mehr ein Schaubild entstehen lassen, was in dieser Art den Zuschauern nur in Brück geboten wird.

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