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Die Tradition des Holzrückens mit dem Pferd wird bewahrt.

Am Samstag 02.07.16 und Sonntag 03.07.16 erlebten zum dritten Mal die Pferdeliebhaber bei den Holzrücketagen in Ebergötzen (Kreis Göttingen) einen außergewöhnlichen Wettbewerb. Auf einer Hindernisbahn an der Seeburger Straße meisterten Fuhrmänner mit ihren Pferden insgesamt zehn schwere Aufgaben, die sie täglich bei der Waldarbeit ausführen müssen.

Beim Holzrücken ziehen die Zugpferde gefällte Baumstämme durch den Wald zu einer Rückegasse. Von da werden sie weiter mit einem Schlepper abtransportiert. Die Waldarbeit verlangt von den Pferden ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Gehorsam ab sowie volle Konzentration von den Tieren und Menschen. Jedes Rückepferd kann zwar zwischen 200 und 800 Kilogramm Holz ziehen, je nach Steigung und Länge der Strecke. Das Rücken ist für das Tier und für den Menschen extrem anstrengend.

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Zunächst wollte man nur die Tradition des Holzrückens mit dem Pferd vor dem Aussterben bewahren. Dabei wurde es von Förstern gemerkt, dass das Rücken mit dem Pferd viele wichtige Vorteile hat.

Die Pferde sind leichtfüßig und machen weniger Druck auf den Boden, dadurch bleibt die Bodenstruktur mit den wichtigen Kleinstlebewesen. Eine schwere Zugmaschine kann nur in Rückegassen oder geradlinig transportieren und beim starken Regen sinkt in den Waldboden ein. Die Rückepferde können überall arbeiten und sind bei schlechterem Wetter einsetzbar. Dazu machen sie keinen Lärm, keine Abgase und brauchen kein Benzin.

Also werden die Pferde heute wieder vermehrt in der Forstwirtschaft eingesetzt. Forstämter, Privatwaldbesitzer, Naturschutzverbände sowie einige Stadtwälder und Kreisforsten Deutschlands gehören zu den Auftraggebern der Rückepferde.

Die Waldarbeit mit dem Pferd erfordert eine besondere Ausbildung. Der Veranstalter der Holzrückentage in Ebergötzen Norbert Rudolph, der seit 35 Jahren mit den Rückenpferden arbeitet, richtet einen Schnuppertag ein. Die Teilnehmer des Kurses erlernen über die Beschäftigung mit den Pferden. Herr Rudolph vermittelt ihnen zuerst die Möglichkeiten und Grenzen für die Waldarbeit mit dem Pferd, erklärt auch Hilfsmittel und Geräte zum Holzrücken. Danach machen die Teilnehmer auf einer Wiese eine Probe der Arbeit mit dem Pferd und Baustämmen. Am ersten Wochenende Juli können sie und ihre Pferde beim Wettkampf zeigen, was sie gelernt haben.

Die Pferde müssen auch für das Holzrücken speziell geschult sein. Eine Vorbereitung des jungen Pferdes zum Einsatz beginnt langsam mit 3 Jahren. Der Pferderücker gewöhnt das Tier ans Einspannen an, nimmt das in den Wald  mit. Mit 4 Jahren ist das Tier für Rücken arbeitsfähig. Sie können bis zu 16 Jahren im Wald arbeiten Die Besitzer der Rückenpferde sind sicher, dass die Waldarbeit ihren Pferden nicht schadet. Die Tiere brauchen und lieben die Bewegung und die Anspannung.

Es ist Sonntag, der 3. Juli 2016. Der Rückewettbewerb, der schon zur Tradition wurde, hat wieder viele Pferdeliebhaber und Teilnehmer an die Seeburger Straße in Ebergötzen gelockt. Die Teilnehmer kamen aus Bayern, NRW, Hessen, Sachen, Thüringen, Niedersachsen und Holland. Die zahlreiche Zuschauer säumten den Parcours. Aus den Lautsprechern schallt die Stimme einer Moderatorin. Sie moderiert unterhaltsam und fachlich. Ein Deutsch-Rheinisches Kaltblut zieht einen Baumstamm, der fünf Meter lang und 300 Kilogramm schwer ist, in die Schwebe. Als das Pferd den Stamm auf zwei liegenden Stämmen exakt abzulegen schafft, bleibt es ruhig stehen. Kräftiger Fuchs bekommt einen freundlichen Applaus der Zuschauer.

 

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Mit jedem Jahr zeigen die Pferdebesitzer und die Pferdeliebhaber deutlich mehr Interesse an dem Rückewettbewerb in Ebergötzen. Für die Interessierten schrieb  Herr Norbert Rudolph im Facebook:„Da das Interesse und die Nachfragen schon sind, werden wir wohl wieder nächstes Jahr am ersten Wochenende im Juli 2017 einen Holzrücketag organisieren.“

 

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Wenn Sie das Interesse für den Rückewettbewerb in Ebergötze haben, können Sie mit Herrn Rudolph kontaktieren: Tel. 01 51/58 75 12 29 oder über Facebook.

 

 

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