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Das Pferdeland Amerika

In Amerika leben etwa 9,2 Mio. Pferde. Die amerikanische Pferdeindustrie mit 112 Milliarden Dollar des BIP[1]s steht in einer Reihe mit Filmindustrie, Eisenbahn sowie Tabakindustrie. Über 7 Millionen Amerikaner haben direkt mit dieser Branche zu tun; 1,4 Millionen von ihnen arbeiten Vollzeit. Zwei Millionen Menschen sind Pferdebesitzer. Fünfundvierzig US-Staaten (insgesamt 50) haben jeweils über 20.000 Pferde und zwölf von ihnen haben eine bestimmte Pferderasse als ein offizielles staatliches Symbol. Alle Bilder von Bob Langrish

JQ4P0244FloridaCracker,USADas Symbol von Texas ist zum Beispiel ein American Quarter Horse. Seine Geschichte ist mit dem Staat, wo die Rasse für Viehzucht und Rennen verwendet wurde, eng verflochten. Die Rasse selbst entstand aus der Kreuzung der Pferde, die spanische Konquistadoren und englische Siedler zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert nach Amerika mitgebracht hatten. Damit ist sie eine der ersten und ältesten Pferderassen der USA. Seinen Namen verdankt das Quarter Horse den Viertelmeilenrennen (ca. 402 Meter), die die Cowboys nach Feierabend auf den Dorfstraßen abhielten. Das schnellste Pferd nannten sie ‚Quarter Horse’. Bis heute ist diese Rasse auf der Distanz der Quarter-Meile fast unschlagbar. Mit über vier Millionen eingetragenen Vertretern ist die American-Quarter-Horse-Rasse die größte in der Welt sowie die beliebteste Rasse der Amerikaner.


[1] das Bruttoinlandsprodukt
JQ4P4002BankerPonyMare&Foal,NorthCarolina,USA2007
„Wenn Sie ein Quarter Horse und eine Farbe nehmen, bekommen Sie die zweitbeliebteste Pferderasse der Amerikaner – American Paint Horse“, schmunzelt Chris Wilson, unser Reiseführer durch Amerika. Einst waren diese Rassen kaum zu unterscheiden. Erst mit der Gründung der American-Quarter-Horse-Assoziation 1940 wurden alle gescheckten Pferde von der Quarterzucht ausgeschlossen. Wenn die Züchter von den einfarbigen Quartereltern gescheckte Fohlen bekamen, waren ihre besten Fohlen wertlos und züchterisch nicht nutzbar. Deshalb gründet man 1962 ein eigenes Stutbuch für die gescheckten Quarter Horses. Heute umfasst die Paint-Horse-Rasse mehr als 362.000 Pferde und gehört zu den schnellwachsenden Pferderassen Nordamerikas. Die Faszination beider Rassen liegt vor allem im ausgeglichenen Charakter und in der Vielseitigkeit sowie sicherlich in ihrem Wild-West-Image. Wohl kaum eine andere Rasse der Welt wird so sehr mit dem wilden Western, Cowboys und Westernreiten verbunden wie Quarter Horse oder Paint Horse. MD3P4380Clydesdale,SistersView,ORObwohl ein American Miniaturpferd kein staatliches Symbol ist, steht es in den letzten Jahrzehnten auch im Trend. „Es scheint, die Amerikaner wurden miniaturpferdesüchtig“, lacht der Reiseführer. Sodass sich die Zucht der eleganten amerikanischen Miniaturen zu einer eigenen Industrie entwickelte: prächtige Minipferdartikel, Fachmagazine, eigenes Futtermittel, Transport. Die Farm ‚Little Amerika’ (Texas) ist die Heimat 260 kleiner, bunter Miniaturen mit hervorragendem Exterieur und Blutlinien. Ihr Besitzer Tony Greaves kennt nicht nur den Namen jedes Pferdes, sondern in der Regel auch wörtlich ihren Hintergrund und Pedigree. „Er ist Wikipedia für Miniaturen“, lacht seine Frau Laure. pic55RockyMountainSt-Sonny-ClassicFarm,KYAV4C0945MorganStallion-AndTheBeatGoesOn-Dragonsmeade,KY
Die Indianer des Nez-Perce-Stammes könnten sicher eine Enzyklopädie für Appaloosa sein – für die dritt-beliebteste Pferderasse der Amerikaner und das Symbol Idahos. Sie waren für ihre gelungene Appaloosas-Zucht bereits bekannt, bevor sie ihre angestammte Heimat verlassen mussten. Zweifellos könnten Claude Thompson und Dr. Haines auch die Enzyklopädie für Appaloosas sein. Die Pferdeliebhaber spürten 1938 die in den ganzen USA zerstreuten Appaloosas auf, registrierten sie und damit hatten sie die Rasse gerettet. Mit seinem schnellen, sehr angenehm zu reiten 4-Takt-Trab „Indian Shuffle“ zählen Appaloosas zu den besten „Westernpferden“. Die verschiedenen Trail-Ritte zu Appaloosas erfreuen sich einer großen Beliebtheit unter den Pferdefreunden. Einer der bekanntesten von ihnen heißt „Chief Josef Trail“ – der Ritt über eine Teilstrecke des Fluchtweges der Nez Perce. Am letzten Ausflug nahmen mehr als 300 Reiter mit ihren Appaloosas teil. Das ist eine Ehrerbietung und Erinnerung an die tragische Geschichte des Stammes und die unglaublichen Strapazen für Menschen und Pferd.
MI9E7406QuarterHorseMare&FoalMutualGroomingBo-BettFarm,FL Obwohl die Freizeitpferde-Industrie ein großes Segment in der gesamten Pferdewirtschaft (circa 42%) besitzt, bleibt der Pferderennsport in den USA das Gesprächsthema Nummer eins. Kentucky hat die weltgrößte Anzahl der Vollblüter, auf diesem Grund nennt man den Staat das „größte „Gestüt der teuersten Pferde“. Sein Symbol ist ein Vollblut. Das weltberühmte Kentucky Derby – „die zwei aufregendsten Minuten in der Sportwelt“ – findet seit 1875 traditionsgemäß am ersten Samstag im Mai auf der Churchill-Downs-Rennbahn in Louisville statt. Große Hüte, feine Anzüge und Mint-Julep-Cocktail gehören zum Kentucky Derby. Das Viertelmeile-Rennen nennt man „The Run for the Rose“: Das Siegerpferd wird mit einer Decke aus 554 roten Rosen bedeckt. „Die Pferdebesitzer machen jedoch das große Geld nicht mit den Siegprämien, sondern mit der Pferdezucht“, so Chris. Aber gewiss können nicht mittellose Viehbauer im Osten Kentuckys die teuren Vollblüter züchten. Sie halten schon mehr als 200 Jahre die robusten Rocky Mountain Horses, die sehr leichtfuttrig sind und draußen überwintern können. Man vermutet, dass Sam Tuttle, ein Betreiber eines Reitstalls, die schokoladenfarbigen Pferde mit den flachsblonden Mähnen und Schweifen züchtete. Er führte Touristen auf Trail-Ritten durch das Vorgebirge der Appalachen. Eine Folge des unpassierbaren Geländes sind die harten Hufe des Rocky Montains und sein extrem hoher Tritt – der bequeme Tölt, im Amerikanischen „Rack“ genannt, der unter den Liebhabern sehr hoch geschätzt wird. Noch mehr Anhänger hat der American Saddlebred, früher wurde er Kentucky Saddlebred genannt. Das stolze, hochsteppende Pferd mit gewölbtem Hals und geblähten Nüstern, mit einem hoch angesetzten, langen,  fließenden Schweif ist heute ein extrem auffälliges Showpferd. Damit das Pferd seinen Schweif besonders hoch trägt, trennt man den Tieren Muskeln an der Unterseite der Schweifrübe durch. Obwohl die meisten Saddlebreds-Gestüte Kentuckys sich auf die Zucht für die Show spezialisieren, macht aber doch nur noch ein Viertel der Pferde die Karriere eines Showpferdes. Die Übrigen finden sich beim Springen und Fahren, Westernreiten sowie als Pferde fürs Wanderreiten. Wie Rocky Mountain Horses und American Saddlebred Horses zählen auch die Foxtrotter Horses – das Symbol Missouris – zu den Gangpferden, die immer in Amerika sehr beliebt waren und bleiben. Heute wie früher werden Foxtrotter bei vielen Ranchern in den bergigen Gebieten als Ranch-Pferde favorisiert. Ausdauer und Komfort verliehen ihnen den Beinamen „Cowboy Rolls-Royce“ und „Cowboy Cadillac“. Die Foxtrotter bewältigen Berge in den Rocky Mountains sowie Trails im Grand Canyon, passieren tiefe Flüsse und kommen auf Distanzritten mit niedrigem Puls ins Ziel. 2003 durchquerten zehn Europäer mit Foxtrottern im Grand Canyon National Park den Kaibab Trail vom Nordrim zum Südrim. Bis dato konnten nur Maultiere diesen Weg überwinden. pic20RockyMountainHorseFairWindsFarm,KY&GeeseUnzählige Programme bieten bundesweit die ganze Vielfalt der Trail-Ritte. Immer reizvoll sind die Ausflüge zu den wilden Pferden – eine lebende Legende Amerikas, Symbol Freiheit, Schnelligkeit, Mut und Ausdauer. Der Mustang ist das Symbol Amerikas, sein Blut fließt in vielen amerikanischen Pferderassen, sogar in dem beliebten American Quarter Horse. MI9E9407Rhinelander&QuarterHorse-Trish&ZipMeetingOwnedByJudyHeuton,Colorado

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