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Russland: Wir sind wieder da


Georgenburg ist vielen Lesern als „Wiesenburg“ aus dem Roman „Barrings“ von William v. Simpson bekannt. Das war eine Kopie des damaligen Gutes Georgenburg, bis die Einzelheiten. Aber die Pferdefreunde kennen Georgenburg als das bedeutendste Landgestüt Ostpreußens, wo bis Ende des zweiten Weltkrieges eines der hervorragendsten Wahrzeichen Ostpreußens gezüchtet wurde. Heute wie früher widmen sich die Menschen der Zucht von den noblen Pferden auf dem Gestüt Georgenburg, das bei Tschernjachowsk (ehem. Insterburg) in der russischen Exklave Kaliningrad  (ehem. Ostpreußen) liegt.

Die glitzernde umwaldete Wiese, auf der die georgenburgeren Pferde von Frühling bis Spätherbst weiden, grenzt bis an den Waldrand. Der Altweibersommer setzt sich mit viel Sonnenschein überall durch. Tau schlägt sich nieder und Spinnweben sind deutlich zu erkannt. Die Gestütsdirektorin Julia Tarasowa bemerkt nicht, dass ihre Schuhe tropfnass sind. Die 36-jährige Moskauerin, eine mittelgroße Brünette mit  Pony bis über die Augen, richtet ihren Blick auf die Pferdeherde. Die schönen, wohlgebauten Tiere hören alle zugleich auf zu grasen, heben ihre tadellosen Köpfe. Der Leithengst setzt sich langsam mit erhobener Stirn in Gang zu ihrer „Mama“.

So nennt sich Frau Tarasowa selbst. Die Pferde kommen auch langsam in Bewegung und in Kürze stehen uns um. Jedes von ihnen zeigt der „Mama“ seine Liebe: Eines legt den Kopf auf ihre Schulter, das zweite gräbt sein Gesicht in ihr Haar, ein anderes  schnüffelt an ihrer ihm unbekannten Jacke.

Georgenburg entstand 1377 in unmittelbarer Nähe von Insterburg- heutiger Tschernjachowsk – als Sitz des Bischofs vom Samland  und erhielt seinen Namen zu Ehren des Heiligen Georgs. Schon damals züchtete man hier die Pferde und dazu gehörte eine Stuterei in der Ordenszeit. Im Laufe der Zeit wechselten die Besitzer des Gutes häufig, bis es 1827 der schottische Lord Johann Wilhelm Simpson erwarb, der hier begann die hellbraunen Halbblüter mit den schwarzen Beinen, eine Kreuzung  der heimischen Pferde mit den englischen Vollblütern, zu züchten. Durch die Erfolge in den Turnieren machten sich die Georgenburgen Pferde einen guten Namen. 1890 wurden sie ins Stutbuch für Warmblut-Trakehner-Abstammung eingetragen und seither sind sie berechtigt, das Brandzeichen der Trakehner – die doppelte Elchschaufel – zu tragen.

Im aktuellen Heft “Cavallo” 11/2013 könnten Sie die Geschichte “Wir sind wieder da” von dieser wunderschönen Pferderasse  lesen.  www.cavallo.de

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