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Usbekistan. Das Land der Esel. Fotoreportage.

Ein heiserer, völlig irrealer Schrei ertönt in der Luft: „Iiiiaach!“ „Das ist ein Esel“, lacht Nodir, unser freundlicher Taxifahrer und Begleiter. Also sind wir in Usbekistan, im ehemaligen Zentrum der Seidenstraße und im Land der Esel.

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Der Esel ist ein unersetzlicher Helfer der Usbeken. Er dient ihnen beim Transport von Lasten und als Reit- und Zugtier in unwegsamen Gebieten. In einem Kischlak (Dorf) oder in einer kleinen Stadt ist eine Eselkarre ein Hauptverkehrsmittel. Auf Straßen, auf Autobahnen sowie auf einem Weg durch die Kysylkum-Wüste sind viele Arbas (Eselkarren) zu sehen.

L_Uzbekistan_Tire-7749 Für usbekische Kinder ist der Esel ein treuer Freund.

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50 Prozent der Bevölkerung des Landes lebt auf dem Lande in Steinhütten und hat mindestens einen grauen Alleskönner auf dem Hof. Der fleißige Vierbeiner begleitet Familien zum Markt, trägt schwere Traglast, die etwa 75 Prozent seines eigenen Gewichtes sein kann, schleppt Feuerholz über lange und steile Bergpfade. Auf steinigen und engen Dorfgassen kann man häufig einem Eselwagen begegnen, dessen Last drei bis vier Mal schwerer als das Tier selbst ist.

L_Uzbekistan_-0558 Die schmalen unverwüstlichen und glänzenden Eselshufe sind für steinigen, unebenen trockenen Untergrund konzipiert und geben seinem Besitzer sicheren Halt im Gelände. Trotz der gängigen Meinungen, dass der Esel keine Hufeisen braucht, muss das Grauchen jedoch auch Hufeisen haben wie das Pferd, aber speziell für ihn angefertigte Hufeisen. Vielleicht muss es so sein, aber beschlagene Esel sind fast nicht zu sehen.

IMG_7181-2L_Uzbekistan_Tire-7338IMG_7402 . Die Höhle des heiligen Davids, die sich auf dem Gipfel des Mirankul-Berges befindet, ist ein besonderer Pilgerort. Hier einst soll sich der biblische König David versteckt haben. Zu ihr führen insgesamt 1303 Stufen. Vom Kleinkind bis zum Greis machen sich die Einheimischen auf diese Pilgerwanderung.

IMG_6983-2L_Uzbekistan_Tire-7407IMG_7461-2Touristen sind hier nur sehr selten zu sehen. Ihnen bieten usbekische Unternehmer an, auf einem Pferd oder einem Esel die heilige Stelle zu erreichen.

IMG_7208L_Uzbekistan_Tire-7138IMG_7315-2Ein kleiner Esel mit langen Ohren, einem beschnittenen Schwanz und traurigen Augen hat einen Reisenden auf den Berggipfel schon getragen. Er wählt mit seinen großen weichen Lippen sorgfältig trockene Dornen zwischen scharfen Steinen und schenkt niemandem seine Aufmerksamkeit. Sein einziger Schmuck ist ein Sattel – eine mehrfach zusammengelegte schmutzige wattierte Decke – und ein Talisman gegen den bösen Blick auf seiner Stirn.

IMG_7007-2 Am Fuß des Berges Mirankul liegt ein Kischlak Aksaj, wo sich eine große Menge der Oschhäuser – der Essenhäuser aus Usbekisch – befindet. Hier nach dem Abstieg vom Berg erholen sich die Touristen und die Pilger und genießen die usbekische Küche.

Die usbekische Küche ist ein besonders kennzeichnender und ausgebildeter Bestandteil der usbekischen Kultur. Ihre Hauptspezialität ist Pilaw. Traditionell kochen die Männer Pilaw und sie sind stolz, dass nur ihnen angeblich der beste und schmackhafteste Pilaw gelingt. In der Regel bereitet man Pilaw am offenen Feuer in einem riesigen Kessel zu.

IMG_7024-2 Zum Pilaw und natürlich zu jedem Einzelgericht werden verschiedene Sorten Brot gereicht. Das Brot wird üblicherweise im Tandir – einem Tonofen – gebacken und unterscheidet sich voneinander durch die Größe, das Gewicht und vor allem den Geschmack. Das samarkandische Brot ist dank seines guten Geschmackes seit jeher entlang der großen Seidenstraße sehr berühmt und beliebt.

IMG_6801-2 Während einer Pause sitzen sie auf ihren Tieren, spielen mit ihnen, streichen sie über die samtige Nase, die Stirn und den Kopf. Die freundlichen Esel sind sehr soziale Wesen, sie dienen den Kindern als Freunde für Spiele und für Arbeit.

Im Ganzen lieben Usbeken ihre unersetzlichen Helfer, nur sie ertragen nicht ihre Sturheit. Ein Stoß oder ein Schlag ist eine ganz normale Sache. Viele Tiere haben verheilte Wunden und Narben von Peitschen- und Stockschlägen. Wenn der Esel streikt, wird es Gründe haben. Der extreme Lebensraum entwickelte bei ihm einen starken Instinkt der Selbsterhaltung. Das Tier fühlt immer die Grenze seiner körperlichen Möglichkeiten und übergeht sie niemals. Wenn ihn ein anstrengender steiler Weg ermüdet, kommt er nicht von der Stelle – er braucht eine Erholungspause. Auch während einer betäubenden Hitze geht er sehr wahrscheinlich keinen Schritt mehr. Regen gefällt dem Esel auch nicht besonders.

Auf die Frage, wie viel Esel leben in Usbekistan, kann niemand eine verständliche Antwort geben. Im Land existiert keine Eselzucht. Die Esel werden auf zahlreichen Eselmärkten gekauft. Preise hängen von dem Aussehen des Tieres und von dem Zustand der Hufe ab und reichen von 30 bis 100 Dollar.

L_Uzbekistan_Tire-7429IMG_7514-2 Der Esel ist kein Fluchttier. Bei einer Gefahr bleibt er unverrückbar stehen, stellt sich einem Raubtier und versucht erst mit Geschrei, dann mit Tritten den Feind zu verjagen. Mit dem Schreien, das man noch kilometerweit weg hören kann, gehört der Esel zu den lautesten Tieren überhaupt.

Das Land der Esel. Der Weg nach Chiwa liegt durch die grenzenlose Kysylkum-Wüste mit kleinen Sanddünen und weitläufigen Grassteppen. Am Rand der endlosen, gerade bis zum Horizont verlaufenden Piste, verkauft ein Usbeke Melonen. Ein Esel dabei ist kein Wunder.

L_Uzbekistan_Tire-7499Der usbekische Weihnachtsmann – Korbobo – kommt zu den usbekischen Kindern auch auf einem Esel in einem gestreiften Schlafrock und einem farbenreichen Tjubetejka – in einer nationalen Tracht – in Begleitung des Schneewittchens – der Korgys. Wenn jemand ihm begegnet und eine Fahrt antritt, ist jemandem das Glück im Neujahr sicher.

 

 

 

 

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